Schädlich

Die Initianten versprechen eine Stärkung der Nationalbank, werden aber genau das Gegenteil erreichen. Denn wenn die SNB jährlich mehrere Milliarden an neuem Geld verschenken muss, verliert sie bald die Kontrolle über den Schweizer Franken: Sollte sie wegen einer hohen Teuerung die Geldmenge eigentlich reduzieren, kann sie kaum mehr reagieren. Denn geschenktes Geld lässt sich nicht zurückholen. Zudem wäre das neu in Umlauf gebrachte Geld nicht mehr mit einem Gegenwert abgesichert (beispielsweise Aktien, Gold oder Anleihen). Weder Investoren noch die Schweizer Bevölkerung werden einem Franken vertrauen, der bloss mit heisser Luft hinterlegt ist.

 

Nationalbank wird zum Spielball der Politik

Die jährlichen Geldausschüttungen der Nationalbank würden unweigerlich grosse Begehrlichkeiten wecken. Der politische Druck auf die SNB wäre immens: Finanzierungsprobleme bei der AHV – die SNB soll mehr Geld ausschütten. Neue, teure Infrastrukturausgaben – die SNB soll mehr Geld ausschütten. Gestiegene Steuerlast – die SNB soll mehr Geld ausschütten. Wohin es führt, wenn die Nationalbank politische Wünsche erfüllen muss, zeigen die schmerzhaften Erfahrungen anderer Länder. Kein Wunder, lehnt die SNB selbst die Vollgeld-Initiative klar ab.